Trainer, Kader & Etat: Die Folgen des Wolfsburg-Abstiegs
Kurz vor dem 30. Bundesliga-Jubiläum muss der VfL Wolfsburg nach einer desolaten Saison den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Und das zieht einige Konsequenzen nach sich, der Klub steht vor einem großen Umbruch.
Noch vor dem Hinspiel (0:0) der Relegation zwischen dem VfL Wolfsburg und dem SC Paderborn schien klar, dass der Zweitligist in dem sehr ungleichen Duell wohl keine Chance haben würde. Doch zwei Partien, eine wohl folgenreiche Gelb-Rote Karte sowie eine kämpferisch beeindruckende Leistung des Underdogs später steht für die Niedersachsen der erste Abstieg aus der Bundesliga fest. Der Worst Case ist eingetreten, die Folgen könnten drastisch sein.
Bereits im März hatte VW-Boss Oliver Blume angesichts der schwachen Leistungen des Klubs und der finanziell schwierigen Situation des Autobauers angekündigt, dass das Engagement des Konzerns in den Werksklub „auf den Prüfstand“ gestellt werde und es eine schonungslose Aufarbeitung der jüngeren Vergangenheit geben wird.
Das kündigte im Anschluss an das Rückspiel (1:2) auch Trainer Dieter Hecking gegenüber ‚Sky‘ an: „Wir werden sicherlich die nächsten ein, zwei Tage zusammenkommen, um erst einmal die zehn Wochen zu analysieren, die ich verantwortlich war. Ich muss das auch erst einmal sacken lassen.“
Hecking-Zukunft unklar
Doch viel Zeit lassen können sich die Klubverantwortlichen trotz der WM-Pause nicht. Es gibt einige Fragen zu klären und viele Transfers abzuwickeln. „Abstieg tut immer weh“, sagte Hecking, dessen Vertrag ausläuft und der seinen Posten auf der Bank wohl räumen wird.
Ein Wechsel auf die Funktionärsebene steht im Raum. Dem Vernehmen nach gibt es im Klub Überlegungen, den 61-jährigen Cheftrainer zum Geschäftsführer zu befördern. Doch ob das nach dem Abstieg noch Thema ist, darf bezweifelt werden.
Gehaltskürzungen und Abgänge
Die Mannschaft wird ein komplett neues Gesicht bekommen. Zwar sind laut ‚Bild‘ die allermeisten Verträge auch für die zweite Liga gültig, doch viele Profis sind – erst recht nach den Ankündigungen des VW-Bosses schlicht zu teuer für die Saison im Unterhaus. Immerhin: Durch den Abstieg verringert sich das Gehalt vieler Profis per Klausel um 35 Prozent.
Durch die Verkäufe von Mohamed Amoura (26), Konstantinos Koulierakis (22) oder Kamil Grabara (27) könnte der Autoklub große Einnahmen erzielen. Spieler wie Patrick Wimmer (24) oder Christian Eriksen (34) sind in der 2. Bundesliga laut ‚Bild‘ „auf keinen Fall zu halten“. Der Mannschaftsetat soll dem Bericht zufolge von 80 auf 55 Millionen Euro gesenkt werden – was allerdings noch immer ein Rekord-Etat wäre.
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